Ich will kommen und ’ne Ladung kriegen!
Meinen MySpace-Account hab ich ungefähr zur selben Zeit eröffnet wie alle anderen Leute, kurz nachdem die Sache populär geworden war, Anfang 2005. Unter der Rubrik »Wen ich gerne treffen würde« hab ich Folgendes auf die erste Seite gestellt:
»Ich will so gut wie jedes heiße Mädchen treffen, das es mit mir treiben will. Schickt mir eine E-Mail und wir arrangieren was. Noch besser fände ich es allerdings, ein Mädchen kennenzulernen, das sich um meine Wäsche kümmert. Sex ist leicht zu bekommen, aber ein Mädchen zu finden, das meine Klamotten wäscht, ist schwierig. Ernsthaft, meine Damen, das ist jetzt kein Scherz. Normalerweise hat Bunny immer meine Wäsche gemacht, aber seit ich umgezogen bin, ist diese Abmachung nicht mehr praktikabel. Falls ihr geneigt seid, mailt mir und wir werden einen Weg finden, das zu regeln. Ich werde es euch mit launigen Neckereien, heißem, animalischem Sex, einem spontanen Tritt ins Kreuz oder auf was ihr sonst so abfahrt, vergelten.«
Eigentlich war das als Scherz gedacht – der ironische Unterton sollte ziemlich klar durchscheinen. Doch zugleich war es auch kein reiner Witz von mir. Wäsche waschen hasse ich tatsächlich, und sollte es mir mit diesem Appell gelingen, Mädchen dazu zu bringen, vorbeizuschauen und sich um meine Wäsche zu kümmern – perfekt. Man weiß nie, was man alles bekommen kann, solange man nicht fragt.
Aber mal im Ernst jetzt, hallo, natürlich kann ich jemanden dafür bezahlen, meine Wäsche zu machen. Wie sonst sollten die Kinder der Einwanderer das Geld auftreiben, um das College zu bezahlen? Der wahre Grund für mich, das zu schreiben, war, dass ich wusste: auf diese Weise würde ich zu einem Fick kommen. Hä? Wie zum Henker soll das funktionieren, Sex zu kriegen, indem man Mädchen fragt, ob sie einem die Wäsche machen?
Ganz einfach:
Die meisten Mädchen, die mir mailen, weil sie vögeln wollen, sind, was das betrifft, ziemlich geradeheraus. Aber ein großer Prozentsatz an Frauen belügt sich selbst im Hinblick darauf, wer sie sind und was sie wollen. Fragst du sie direkt, ob sie mit dir ficken wollen, werden viele von ihnen nein sagen. Aber lieferst du ihnen einen blödsinnigen Vorwand, den sie als Überbrückung für das Missverhältnis zwischen dem, was sie behaupten, zu wollen und dem, was sie tatsächlich wollen, benutzen können, schnappen sie zu wie ein Falke im Flug. Mir zu mailen, dass man Sex mit mir wolle, ist ja doch irgendwie nuttig und unschicklich. Mir hingegen – als Dankeschön dafür, dass ich ein so tolles Buch geschrieben habe – anzubieten, meine dreckige Wäsche zu waschen, und dies als Vorwand zu nehmen, es in einem Moment wohlbedachter Spontaneität »passieren« zu lassen, das ist natürlich vollkommen gesund und ehrlich. Genauuuuuuuuu. So was nennt man auch »Hurenlogik«.
Diese Dynamik hatte ich begriffen, als ich jenen Text verfasste. Doch es gab noch drei weitere Aspekte, mit denen ich nicht gerechnet hatte:
- Es funktionierte nicht nur, es funktionierte einwandfrei. Von Anfang 2005 bis Ende 2008, dem Zeitpunkt, an dem ich diese Mitteilung löschte (nur weil ich angefangen hatte, mit der Heißen Krankenschwester rumzumachen, und sie das Waschen für mich übernahm), habe ich meine Wäsche nicht mehr selbst waschen müssen – nicht ein einziges Mal.
- Hunderte (wenn nicht Tausende) von Mädchen benutzten die Geschichte als Vorwand, mir zu mailen, und eine schockierende Zahl dieser Mädchen kam dann auch tatsächlich vorbei. Ich habe mit allen geschlafen (außer mit einer). Ich wünschte, ich könnte sagen, ich hätte sie mit meinem bezaubernden Charme rumgekriegt, aber selbst ich weiß, dass das Quatsch ist. Sie wollten von Anfang an mit mir ficken, sie wollten es sich nur nicht eingestehen und brauchten daher eine Ausrede. Der beste Beweis dafür ist die Tatsache, dass gerade mal eine Handvoll dieser Mädchen nach dem Sex wissen wollte, was denn nun mit meiner Wäsche sei. Das war übrigens ziemlich zum Kotzen – immerhin hatte ich fest damit gerechnet, dass sie meine Klamotten reinigen würden. Der Sex war der freigestellte Teil, nicht die Wascherei.
- Natürlich belügen sich Unmengen von Frauen bei sehr viel mehr Dingen, als ich es mir vorgestellt hatte.
Kackalippen
Passiert – Juli 2007
Als ich in New York City lebte, bekam ich diese E-Mail:
»Tucker Max,
ich will offen sein. 1. Ich bin gerade fix und fertig und ich muss mich voll zusammenreißen, um diese E-Mail schreiben zu können. 2. Wir haben uns schon mal gesehen, bei einer Signierstunde, und ich finde dich toll. 3. Ich wohne in New York City und würde gern mit dir abhängen. O.k., mit dir ficken werde ich wohl nicht (obwohl ich finde, dass du ein heißer Typ bist ... aber ich hab mich da etwas albern und denke immer noch, Sex hat was zu bedeuten), ABER trotzdem – wenn du magst, kümmer ich mich um deine Wäsche. Wie auch immer, wenn du wissen willst, wie ich aussehe, ich bin auf Facebook. Um es auf den Punkt zu bringen: Bin eine coole, sarkastische Type, bin ganz ich.«
Wenn ihr euch auch nur ein bisschen mit Frauen auskennt, werdet ihr jetzt genauso grinsen müssen wie ich, als ich diese E-Mail bekam. Wenn eine Frau etwas erwähnt – auch wenn sie euch nur sagen will, dass sie darauf nicht steht –, bedeutet das, dass sie zumindest darüber nachdenkt, und damit ist die halbe Schlacht schon geschlagen. Ein paar Tage lang mailten wir hin und her, bis sie schließlich kundtat, die beste Art, sich um zwei Ladungen Weiß- und zwei Ladungen Buntwäsche zu kümmern, sei es, sich, für einen abendlichen Ausgang herausgeputzt, mit mir in einer Bar zu treffen. Zwei Stunden lang musste sie was in sich reinschütten, bis sie den Mut hatte zuzugeben, warum sie tatsächlich mit mir ausging. Und der hatte natürlich nichts mit schmutziger Wäsche zu tun.
Wir machen uns auf den Weg zu meiner Wohnung, knutschen an der Eingangstür zwei, drei Minuten rum, stolpern besoffen rein und schmeißen unsere Klamotten auf den Boden. Dann gibt sie mir noch einen flüchtigen Kuss auf die Lippen, drückt mich aufs Bett, wirft mir diesen verschlagenen, ruchlosen Blick zu und taucht dann ab, runter an meinen Schritt ...
... übergeht meinen Penis ...
... ignoriert meine Eier ...
... und fängt an, sich an meinem Arschloch gütlich zu tun.
Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, sie »tat sich gütlich«. Sie grub sich da hinein wie ein hungriger Hund in einen Becher Erdnussbutter. Ich gucke nach unten: Ihr Gesicht ist so tief in meiner Arschfalte vergraben, dass ich nur noch ihre Haare sehen kann. Es sieht aus, als würde aus meinem Damm ein blonder Mopp wachsen.
Versteht mich nicht falsch – ich beklage mich nicht. Ich mag es, wenn Mädchen mir den Arsch lecken, und sie war darin eine verdammte Expertin: Sie wichste mir einen ab, während ihre Zunge wie die eines lesbischen Pornostars meinen Arsch bearbeitete. Das ist keine einfache Sache, aber sie tat es, und sie tat es gut. Als sie damit fertig war, hättet ihr von meinem Arsch essen können.
Nachdem ich gekommen war, landete ich natürlich schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen, und die Wirklichkeit traf mich wie ein Faustschlag. Ich konnte nur noch über drei Dinge nachdenken:
- Wenn sie so gierig darauf war, das bei mir zu machen, bei wie vielen anderen Kerlen hat sie das dann schon gemacht? Noch verstörender:
- Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich völlig vergessen, dass ich mich seit dem letzten Stuhlgang nicht mehr geduscht hatte. Und am Verstörendsten:
- Nach Punkt 2 hatte sie mich nicht mal gefragt.
Am nächsten Morgen drehe ich sie auf den Bauch und mache es ihr von hinten, weil ich befürchte, dass sie versuchen könnte, mich zu küssen.
Tschuldigung, Typhus Mary, ich esse keine Fäkalien, nicht mal meine eigenen.
Als wir fertig sind, nenne ich sie scherzhaft Kackalippen. Sie begreift nicht, warum.
Tucker: »Uhhhhhhh ... bist du noch die Gleiche wie gestern Nacht?«
Kackalippen: »Ach, hör doch auf. Natürlich bin ich noch die Gleiche, du Knallkopf!«
Tucker: »Weißt du nicht mehr, dass du meinen Arsch geleckt hast, als wär’s ein Dauerlutscher?«
Kackalippen: »OH MEIN GOTT, HAB ICH NICHT!«
Tucker: »Natürlich nicht. Wenn du dich nicht daran erinnerst, ist es auch nicht passiert, stimmt’s?«
Ich ziehe sie noch eine Weile lang damit auf, sie leugnet es weiterhin, und ich vermute, sie nimmt mich auf die Schippe. Dann schmeiße ich sie raus, denn jetzt muss ich erst mal »Madden« oder so was spielen. Gegen Ende der Woche kam sie wieder vorbei. Diesmal trug sie Klamotten, die eher fürs Wäschewaschen geeignet waren ... und eine Perlenkette.
Eine echte, richtige Perlenkette, keinen Modeschmuck. Sie hätte genauso gut eine Zielscheibe auf ihr Gesicht malen können mit dem Zusatz HIERHIN ZIELEN. Ich kam gar nicht erst dazu, darüber nachzudenken, dass ihr lächerliches Requisit eine Andeutung sein könnte, denn schon drei Minuten später entsprang ihrem Mund die folgende Gesprächsperle:
Kackalippen: »Auf mir hat noch nie jemand abgespritzt. Am College war ich ein braves Mädchen.«
Tucker: »Genau. So wie du auch noch nie ein Arschloch ausgeleckt hast?«
Kackalippen: »Das hab ich nicht getan!«
Tucker: »Natürlich nicht. Aber du solltest das, was du nicht getan hast, lieber bald mal machen, falls du mich weiterhin sehen willst.«
Sie leistete ungefähr so viel Widerstand wie die Franzosen 1940 gegenüber den Deutschen. Umgehend machte sie sich an die Arbeit und blies mir einen, und zwar überirdisch gut, und natürlich beschäftigte sie sich auch auf fantastische Weise mit meiner Rosette. Dieses Mädchen wusste, wie man mit einem Schwanz umgeht. Aufs Blasen verstand sie sich um einiges besser als manche Französin, mit der ich es getrieben hatte, und die sollen die Fellatio doch eigentlich erfunden haben.
Tucker: »Behauptest du immer noch, dass du mir den Arsch nicht ausgeleckt hast?«
Kackalippen: »Natürlich nicht – jetzt, wo ich es gerade getan habe. Aber du bist der Erste, bei dem ich das je gemacht habe.«
Tucker: »Kommst du bei anderen Kerlen mit dieser Lüge durch?«
Kackalippen: »Ich sage die Wahrheit!«
Tucker: »Na logo!«
Wenn Mädchen dieses »Sonst mach ich das nie«-Spielchen abziehen, muss ich immer lachen. Ich meine, natürlich gibt es bei jedem Mädchen immer ein erstes Mal, und viele Mädchen sind mit voller Absicht für ihr erstes Mal zu mir gekommen (dazu komme ich bald), aber mal ernsthaft, meine Damen: Wenn ihr behauptet, etwas nie getan zu haben, das aber dann so perfekt macht, dass ihr glatt ein Seminar darin abhalten könntet ... hallo? Ebenso wie es jahrelanges Training erfordert, beim Basketball einen Dreier zu versenken, braucht es eine Menge Übung, beim Oralsex gut zu sein. Mag ja sein, dass er über Unmengen an Naturtalent verfügt, trotzdem wirft Kobe Bryant immer noch 500 Dreier, Tag für Tag. Egal, ob ihr euch selbst oder uns belügt, lasst es einfach bleiben. Ein Ass im Schwanzlutschen zu sein ist nichts, wofür man sich schämen müsste.
Tucker: »Also, wie die Sache auch liegen mag, wenn du Schwänze weiterhin so geil leckst, findest du im Nullkommanix ’nen Ehemann.«
Sie tat so, als würde sie der Spruch ärgern, aber ich bin sicher, dass sie insgeheim stolz auf ihre Begabung war.
Kackalippen: »Wie auch immer, du weißt, dass ich ziemlich intelligent bin.«
Tucker: »Wer behauptet denn was anderes? Intelligenz und Fellatio-Talent schließen einander nicht aus.«
Kackalippen: »Wenn ich wollte, könnte ich sehr erfolgreich sein, aber alles, was ich eigentlich will, ist eine Familie zu haben und Hausfrau und Mutter zu sein.«
Tucker: »Und mit diesen Lippen küsst du dann deine Kinder?«
Ich versprach Kackalippen, ihren echten Namen hier nicht preiszugeben, und selbstverständlich werde ich mich an diesen Schwur auch halten. Aber, meine Herren, für einen von euch wird gelten: Sie wird deine Zahnbürste benutzen, aus deiner Wasserflasche trinken und deine Kinder küssen. Sie wird sich konservativ kleiden und Perlen tragen, und sie wird schwören, dass sie »so was« noch nie bei irgendeinem anderen Mann gemacht hat.
Die Bücher
|
|
|
|
|



