Der Key-West-Trip
Passiert - Juli 2001
Aufgeschrieben - Februar 2005
Als ich in Boca lebte, traf ich mich gelegentlich mit einem Mädchen, das mehr Geld hatte, als es ausgeben konnte. Ihr Daddy war ein großes Tier im Immobiliengeschäft von Südflorida und liebte sein kleines Mädchen, und Tucker liebte die falschen Titten seines kleinen Mädchens und ihre schwarze AMEX (für arme Leute: Die schwarze Centurion-American-Express-Karte ist für Kunden reserviert, die mehr als 150000 Dollar pro Jahr mit anderen AMEX-Karten verjubeln).
Eines Tages sagte ich zu ihr, dass ich noch nie in Key West gewesen war. Tags drauf saßen wir in einem gecharterten Jet von West Palm Beach nach Key West, wurden am Flughafen von einer Limousine abgeholt und in ein wirklich schönes Hotel auf der Duval Street gebracht. Der Jet, die Limousine und das Hotelzimmer waren mit Bars ausgestattet. Als wir gegen 23 Uhr in unserem Zimmer ankamen, waren wir daher schon ganz schön vollgetankt. Ich könnte mich an so was gewöhnen.
Daddys kleines Mädchen hatte zwar Massen von Geld, bedauerlicherweise konnte sie sich davon aber kein Hirn kaufen. Sie war 18 und hatte die Florida-State-Universität im zweiten Monat ihres ersten Semesters verlassen, weil es einfach zu schwierig geworden war. Im Ernst - zu schwierig ist keine Umschreibung dafür, dass sie 100 Schwänze pro Monat gelutscht hat, sie war tatsächlich zu blöd, um in Florida zu studieren. ZU BLÖD, UM AN DER BARFUSSUNIVERSITÄT ZU STUDIEREN! Wenn ihr das nicht glauben könnt, liegt es wahrscheinlich daran, dass ihr keine Mädels aus Florida kennt. Nach einem Jahr hier unten würde euch das nicht mehr wundern.
Daddys kleines Mädchen wollte durch ein paar Bars ziehen, aber sie hatte es verpennt, ihren gefälschten Personalausweis mitzunehmen... oder nicht geschnallt, dass SIE EINEN GEFÄLSCHTEN AUSWEIS BRAUCHT, UM IN EINE BAR ZU KOMMEN.
Tucker: "Wie kommst du denn normalerweise in Bars rein?"
Daddys kleines Mädchen: "Na so halt. In Palm Beach lassen sie
uns einfach rein. Jeder kennt meinen Daddy. Oder wir saufen im
"Breakers" oder einem der anderen Countryclubs. Mich hat noch
nie jemand nach 'nem Ausweis gefragt."
Tucker: "Ist dir eigentlich klar, dass wir nicht mehr in Palm Beach
sind?"
Daddys kleines Mädchen: "Aber ich dachte, JEDER kennt meinen
Daddy!"
Tucker (starrt ausdruckslos ins Leere).
Daddys kleines Mädchen: "Das ist echt fies!"
Tucker: "Zum Glück bist du reich. Die Pornoindustrie hätte dich
längst mit der Wasserspülung entsorgt."
Daddys kleines Mädchen: "Was? Ich hab dir doch gesagt, dass ich
keine Pornos mag. Die sind echt scheiße!"
Ich ging einfach weg.
Als wir wieder im Hotel waren, beschlossen wir, Champagner und Erdbeeren zu bestellen und in den Whirlpool zu steigen. Das erfüllt die dümmsten Klischees, ich weiß, aber denkt an das Mädchen, mit dem ich unterwegs war. Man kann eben keinen Chardonnay aus Scheiße erzeugen.
Mir ist bekannt, dass Cristal-Champagner gerade so hochgejubelt wird, weil die Rapper ihn für sich entdeckt haben, aber in Wirklichkeit ist es doch so: Cristal wird überschätzt, und die Rapper sind blöd. Wenn ich Dope kaufen oder ein Auto klauen will, dann lasse ich mich gerne direkt von dem Rapper DMX beraten. Was aber unsäglich teure, nur in begrenzter Menge produzierte alkoholische Getränke anbelangt, da geh ich lieber irgendwo anders hin. Danke.
Ich machte den Fehler, Daddys kleines Mädchen zu fragen, was es wollte.
Daddys kleines Mädchen: "Oochh, lass uns Cristal nehmen!"
Tucker: "Was ist eigentlich deine Lieblings-TV-Sendung?"
Daddys kleines Mädchen: "Keine Ahnung. Vielleicht TRL. Oder
The Real World."
Tucker: "Überlass besser mir das Bestellen."
Das Hotel hatte eine großartige Auswahl, daher bestellte ich uns eine Flasche 90er Bollinger Grande Année. Für 450 Dollar, glaub ich. Schließlich kann ich ja nicht jeden Tag aus dem Vollen schöpfen.
Dann gingen wir runter zum Whirlpool. Es war wirklich hübsch dort: durch Pflanzen vom Poolbereich abgetrennt, mit viel heißem Wasser und flachen Stellen zum Hinsetzen. Erst nach eineinhalb Gläsern Champagner wurde sie ein bisschen lockerer, aber dann ging es super. Top runter, Unterhose runter... einwandfreier Sex im Whirlpool.
Danach zogen wir unsere Bademäntel an und gingen Richtung Lobby. Dabei fiel mir ein Typ auf, der auf seinem Balkon stand und uns anstarrte. Er machte gerade seinen Hosenschlitz zu, atmete schwer und schwitzte. Dann stammelte er:
"Danke! Ihr habt mir gerade 9,95 Dollar erspart."
Daddys kleines Mädchen blickte nach oben, und obwohl es dümmer ist als ein Sack Bohnen, hat sie doch begriffen, was das bedeutete. Sie brach augenblicklich in Tränen aus: "OH MEIN GOTT! AAHHHHHHHHHH!", und rannte zurück ins Hotel. Ich konnte nur lachen.
Tucker: "Kein Problem. Ham wer alle schon mal gemacht."
Keine Ahnung, warum ich das gesagt habe, ich hab mir noch nie im Leben einen runtergeholt, während ich anderen Menschen beim Sex zusah. Also nicht live. Ich wichse beim Pornogucken, aber Pornodarsteller sind ja zu unserem sexuellen Vergnügen auf der Welt und eigentlich gar keine richtigen Menschen.
Daddys kleines Mädchen war von der Geschichte so erschüttert und entsetzt, dass es zum Einschlafen zwei Valium nehmen musste und darauf bestand, dass wir am nächsten Morgen um 6 Uhr abreisen würden. Wir mussten sogar den Hinterausgang benutzen.
Daddys kleines Mädchen: "UND WAS, WENN WIR IHM NOCH
MAL BEGEGNEN??!"
Tucker: "Keine Ahnung. Knöpf ihm diesmal einfach Eintrittsgeld
ab."
Als wir wieder in Palm Beach waren, hat sie mich ganze drei Tage nicht angerufen. Und als ich sie anrief, war sie nicht gerade glücklich, mich zu hören.
Tucker: "Was is los mit dir?"
Daddys kleines Mädchen: "Mann Tucker, du hast mir was angehängt."
Tucker: "WAS?"
Daddys kleines Mädchen: "Eine Infektion im Urinaltrakt. Ich
kann's nicht fassen."
Ich konnte nicht aufhören zu lachen. Während es mich vor Lachen fast zerriss, beschimpfte sie mich zwei Minuten lang am Telefon. Ich versuchte, ihr zu erklären, dass ihre Infektion dort unten keine Geschlechtskrankheit war, sondern von Bakterien aus dem Whirlpool herrührte - und nicht von mir. Das war ihr aber alles viel zu kompliziert, also machte sie Schluss mit mir.
Vier Monate später bekam das Ganze noch einen komischen Höhepunkt, als ich diese Voicemail von ihr bekam:
"Hey Tucker... hhmm, tut mir leid... ich glaub, du hast mir gar keine Geschlechtskrankheit angehängt... Letzte Woche hatte ich Sex mit meinem Freund im Whirlpool meiner Eltern... da ist das Gleiche passiert... Er hat sich dann durchchecken lassen und hat nichts mit den Harnwegen... Wahrscheinlich hattest du recht... aber ich hab trotzdem Schluss mit ihm gemacht, bevor er dahinterkam, der ruft mich sicher nicht mehr an... Sag mal, was machst du eigentlich dieses Wochenende?"
