Rumhuren zu Wohltätigkeitszwecken

Passiert – Januar 2010
Während ich an diesem Buch schrieb, erhielt ich folgende E-Mail:
Von: (zensiert), (zensiert)
An: tuckermax@gmail.com
Datum: 15. November 2009
Betreff: Sex mit uns
Lieber Tucker Max,
wir heißen Angela und Heidi und sind Co-Vorsitzende des Junior-Vorstands von (Wohltätigkeitsorganisation, zensiert) – einer bunt gemischten Truppe junger Berufstätiger, die sich dem gemeinsamen Ziel verschrieben haben, sich für die Ausbildung und die Menschenrechte von Mädchen in aller Welt einzusetzen.
Am 7. Januar veranstalten wir zum Spendensammeln einen Cocktailempfang in Manhattan und wären hocherfreut, wenn du dabei sein könntest. Wir haben deine Grundsatzerklärung gelesen, fanden sie ganz schrecklich und wollen deshalb natürlich mit dir ficken ... Was meinst du dazu? Wenn du Lust dazu hast, haben wir die Zeit. Lass uns irgendwann vorher treffen und was zusammen trinken, um die Einzelheiten zu besprechen. Wir würden uns freuen, bald von dir zu hören!
In Liebe,
(zensiert)

Von: tuckermax@gmail.com
An: (zensiert), (zensiert)
Datum: 15. November 2009
Betreff: Re: Sex mit uns
Erstens, ich brauche Fotos von euch beiden. Zweitens, ist es richtig, wenn ich dies so interpretiere, dass ihr beide mich aus Gründen der ... Wohltätigkeit ficken wollt? Wie läuft so was genau ab?

Von: (zensiert), (zensiert)
An: tuckermax@gmail.com
Datum: 15. November 2009
Betreff: Re: Re: Sex mit uns
Hier, Tucker, anbei die Fotos.
Und was deine Frage betrifft ... Für jede Minute, die du mit uns beiden im Bett verbringst, will jedes Mitglied des Junior-Vorstands 10 $ an (die Wohltätigkeitsorganisation) spenden. Für Bondage und/oder Rollenspiele zum Thema Zwangsprostitition gibt es Bonusspenden. Klingt das nach einer Sache, die dich interessieren könnte?

Bevor wir weitergehen, muss ich kurz innehalten und etwas anmerken: Obgleich ich den Namen des entsprechenden Wohlfahrtsverbands nicht preisgeben werde, ist es ein Wohlfahrtsverband, der ... wie soll ich mich ausdrücken, ohne mich zu verraten? ... sich sehr um das Wohl armer und hilfloser Frauen in der ganzen Welt kümmert. Bedenkt das und lest dann die oben abgedruckten E-Mails noch einmal. Besondere Aufmerksamkeit verdient die dritte Mail, insbesondere der spezifische Wunsch nach einem Rollenspiel, das ZWANGSPROSTITUTION simuliert.

Man erwartet ja fast schon, dass frömmelnde religiöse Führer die allerschlimmsten Heuchler sind und letztendlich als heimliche Homosexuelle oder Pädophile entlarvt werden. Aber hättet ihr wirklich gedacht, dass Leute, die sich freiwillig einem Wohlfahrtsverband widmen, der Frauenrechte stärken will, darum BITTEN, sexuell ausgebeutet zu werden? Zum Spaß? Nicht nur das, sie wollen dieses Sex-Spielchen auch noch dazu benutzen, ihre Freunde zu einer Spende für die Wohlfahrtsorganisation zu animieren. Das ist so heuchlerisch, dass es schon wie ein schlechter Witz wirkt, wie eine Fabrik, die Dreck in die Luft schleudert, aber gar nichts produziert. Das Traurigste an der ganzen Sache ist vielleicht, dass mein Leben inzwischen so abgedreht ist, dass mir diese Sache damals nicht mal besonders ungewöhnlich erschien. Erst als ich meinem Freund Geoff beiläufig davon erzählte und der total ausflippte, dämmerte mir endlich, wie abartig das war. Er bat darum, mich begleiten zu dürfen, wenn ich die beiden Frauen in New York City treffen würde, weil er unbedingt mitbekommen wollte, was zum Henker da abging.

Zurück zu den entscheidenden Punkten: Die Fotos waren okay. Die beiden waren nicht gerade das, was ich als heiß bezeichnen würde, hatten aber gute Körper und waren definitiv fickbar, also vereinbarte ich einen Termin zu einer Zeit, in der ich ohnehin in New York City sein würde, und traf die Frauen mit meinem Freund Geoff im Schlepptau. Beim Abendessen wurde klar: Die beiden waren Musterbeispiele dafür, was geschieht, wenn reiche Leute ihre Kinder ignorieren. Es war, als wären wir in der Welt eines Romans von Brett Easton Ellis gelandet. Die erbärmlichen Reste an Seele, die diese Mädchen aufbieten konnten, wurden von Drogenkonsum, gleichgültigem Sex und einem völligen Mangel an Sinn vernichtet, und all das wurde verborgen hinter der Fassade eines »richtigen« Jobs und durch die Zugehörigkeit zu den »richtigen« sozialen Kreisen.

Das, was während dieses Abendessens gesprochen wurde, habe ich komplett aus meinem Gedächtnis getilgt, so banal war es. Also musste ich Geoff bitten, mir mit Kurznotizen auf die Sprünge zu helfen:

»Meine wesentlichen Erinnerungen:
> Sie trafen schon ziemlich angeschickert ein. Vor dem Abendessen hatten sie sich bereits eine Flasche Wein geteilt. Stilvoll.
> Die Brünette war ganz hübsch – eine glatte 7oder sogar 7,5. Die Blonde dagegen war weniger toll, eine 5 vielleicht. Mit ihr alleine würde man nicht schlafen wollen (zumindest ich nicht).
> Sie waren ziemlich nervig und nicht besonders helle.
> Sie hatten zuvor noch nie einen Dreier gehabt, aber sie hatten schon mal miteinander rumgemacht, in Europa oder so was. Sie waren wohl etwas nervös, dass sie es jetzt miteinander treiben sollten, aber auch nicht allzu sehr. Es war eher so, als wüssten sie, dass sie eigentlich aufgeregt sein müssten, wären aber zu abgestumpft, um es wirklich zu sein.
> Die Spendenidee war aus einem Witz entstanden. Sie hatten dich zum Spaß als Redner für ihre Spendenveranstaltung vorgeschlagen. Das ist eine Veranstaltung für junge Frauen, da wärst du also eigentlich fehl am Platz, doch dann meinte eine der Anwesenden, du seiest süß, eine andere stimmte zu und eine Dritte schlug schließlich diesen Wohltätigkeits-Dreier vor, um zu sehen, wie weit die anderen gehen würden, und schließlich waren alle dabei.
> Es gab eine ziemlich lange Diskussion über die Bewertungsmethoden für den Dreier und darüber, wie man festlegen könnte, wer was spenden müsse, je nachdem, was ablief. Nichts davon war irgendwie sinnvoll.
> Das Sexleben der Brünetten war lächerlich. Sie lässt sich offenbar immer wieder auf 21-jährige Kerle ein, die keinen hochkriegen. Wenn man bedenkt, wie viel Koks sie und ihre Treuhandfonds-Kumpels sich reinziehen, ist das wohl kaum überraschend.
> Die Brünette wollte, dass du sie fies behandelst, aber dafür war dir die Sache nicht wichtig genug.
> Die Brünette stellte dich auf die Probe und fragte (an mich gerichtet):
»Warum machst du nicht mit?« Du warst genervt von den beiden und sagtest, es sei Zeit zu gehen. Sie zickte rum und machte einen auf prüde. Daraufhin hast du gesagt: »Scheiß drauf«, mir mitgeteilt, ich könne sie gerne beide haben, und bist gegangen.
> Sie waren entsetzt, dass du die Bar tatsächlich ohne sie verlassen hast. Sie konnten es nicht fassen, dass du nicht gemerkt hast, dass sie das »doch nur aus Spaß gesagt« haben.
> Sie haben dich angesimst. Du hast geantwortet, und schwupps, waren sie auf dem Weg in dein Hotel ...«

Geoff hat die Sache ziemlich gut zusammengefasst. Das Schlimmste ist, dass ich die Brünette in jener Nacht DOCH NOCH gefickt habe. Eigentlich müsste ich sagen, das Schlimmste war, dass die Brünette eine derart eifersüchtige Fotze ist, dass sie die andere auf dem Weg zum Hotel weggeschickt hat. Einen Dreier habe ich also nicht bekommen. Wie auch immer. Irgendwann grenzte ihre Anwesenheit an Hausfriedensbruch. Ich wollte es einfach nur noch hinter mich bringen.

Ungefähr einen Monat später bekam ich diese E-Mail:
Von: (zensiert), (zensiert)
An: tuckermax@gmail.com
Datum: 11. Februar 2009
Betreff: Wohltätigkeits-Sex
Okay, neuer Vorschlag ... was hältst du davon, wenn wir dich auf einer Auktion während der Cocktail-Party (der Wohltätigkeitsorganisation) anbieten würden?

Von: tuckermax@gmail.com
An: (zensiert), (zensiert)
Datum: 11. Februar 2009
Betreff: Wohltätigkeits-Sex
Auf einer Auktion anbieten? Ihr meint zum Ficken? Eine Auktion, auf der Frauen Geld bieten, um Sex mit mir zu haben? Ihr fragt allen Ernstes, ob ich mich prostituiere ... für einen guten Zweck?

Von: (zensiert), (zensiert)
An: tuckermax@gmail.com
Datum: 11. Februar 2009
Betreff: re: Wohltätigkeits-Sex
Nimm es als einen Akt selbstloser Wohltätigkeit. Es ist eine Aktion, bei der alle Seiten nur gewinnen können: Die Empfänger unserer Spenden erhalten Dollars, du bekommst Karma-Punkte und diejenige, die am meisten bietet, kann steuerabzugsfähigen Sex mit einem Bestsellerautor und einer Kulturikone haben! Für die Veranstaltung lassen wir dich einfliegen ... und du hättest damit auch gutes Material für irgendwelche künftigen literarischen Unternehmungen ...

Wie ich schon zuvor bemerkt hatte, ist es nicht leicht, mich einzuschüchtern. Es braucht ziemlich viel, bis ich mich mulmig, unwohl und moralisch abgestoßen fühle. Bei dieser Sache war das so. In HOHEM Maße. Selbst wenn bei der Auktion ein heißes Mädchen das Rennen machte, würde das im Kern noch immer bedeuten, dass ich Sex für Geld hätte. Sobald ich das Podium betreten und das Bieten beginnen würde, hätte ich damit jegliche Freiheit der Wahl aufgegeben und würde nur zu einem Sklaven jener Person, die den Sex mit mir kauft. Ich mag wegen meines Schwanzes allen möglichen Unsinn ertragen – meinetwegen kann man mich sogar als Sklaven meines Schwanzes bezeichnen –, doch letztendlich ist es MEIN Schwanz. Ich kann es akzeptieren, ein Sklave meiner selbst und meiner Begierden zu sein, ich kann es akzeptieren, dass ich aus diesem Grunde allerlei tun muss, um an eine Pussy zu kommen, ich kann es sogar akzeptieren, einer Pussy zuliebe den einen oder anderen Schwachsinn zu ertragen ... aber ich kann es nicht akzeptieren, Sklave einer Pussy zu sein. Nicht mal für eine Spendensammlung zugunsten einer Anti-Sklaverei-Organisation. Mag sein, dass ihr darüber lacht und sagt, ich bräuchte mich nicht zu wundern, das sei doch nur die logische Konsequenz des Wegs, den ich in meinem Leben eingeschlagen habe. Vielleicht habt ihr damit sogar Recht ... egal, dann fickt euch!

 

Die Bücher

Und in der Hölle mach ich weiter. Tucker Max Arschlöcher kommen immer zuerst. Tucker Max
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